In Afghanistan findet ein Krieg mit
deutscher Beteiligung statt. Dieser droht zu einer langjährigen
Auseinandersetzung ohne Perspektive zu werden, mit der NATO und
Deutschland als Kriegsparteien.
Dabei stößt die auf dem NATO-Gipfel Anfang April
beschlossene weitere Ausweitung der Truppenstärke und der
Kriegshandlungen in Afghanistan und inzwischen auch in Pakistan auf
immer größere Kritik in der Öffentlichkeit.
Zusätzliche 30.000 Soldaten wollen die USA in diesem Jahr nach
Afghanistan entsenden. Die Bundeswehr kann mittlerweile bis zu 4.500
Soldaten am Hindukusch einsetzen. Beschlossen wurden damit auch weitere
zivile Opfer - nahezu täglich berichten Medien darüber. Ein
Strategiewechsel, wie ihn US-Präsident Obama für Afghanistan
mit politischen und zivilen Maßnahmen forderte, wird auf diese
Weise konterkariert.
Welche eigenen Interessen verfolgt die Bundesregierung am Hindukusch?
Sind die Interessen Deutschlands und Europas im Afghanistankonflikt identisch mit jenen der USA?
Was könnte und müsste Deutschland beitragen zu einer
„Strategieänderung" in Afghanistan, die diesen Namen
wirklich verdient?
Welche Möglichkeiten hätten die Mitglieder des Bundestages, in diese Richtung zu wirken?
Was hindert die deutsche Regierung daran, jetzt
Führungsstärke zu zeigen und einen eigenen Weg im Sinne des
Friedensauftrages des Grundgesetzes zu gehen?
Dazu gehört vorrangig das deutliche Zurückfahren des
militärischen Engagements, dessen Beendigung innerhalb weniger
Monate, die Umsetzung einer Strategie der Zivilen Konfliktbearbeitung
für Afghanistan und die Übernahme einer Vermittlerrolle
Deutschlands sowohl zwischen den innerafghanischen Konfliktparteien als
auch mit den Interventionsmächten.
Was wollen wir in Afghanistan?
Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)
beschäftigt sich als integraler Bestandteil der deutschen und
internationalen Friedensbewegung intensiv mit Auswegen aus dieser
katastrophalen Situation. Unser Ziel ist Frieden und Sicherheit
für Afghanistan und die Beendigung der Militärintervention.
Dieser seit 2001 geführte „Krieg gegen Terror“ kann
nicht gewonnen werden da er immer wieder neue Gewalt hervorruft.
Andreas Zumach arbeitet im
Palais des Nations, dem europäischen Hauptsitz der Vereinten
Nationen in Genf als Korrespondent u.a. für die tageszeitung (taz)
sowie für den Rundfunk. Am 7. März wurde dem
langjährigen Mitglied der DFG-VK der mit 3000 Euro dotierte
Göttinger Friedenspreis 2009 verliehen.
Zumach hat sich vor allem als Kritiker der sogenannten
Präventivkriege in Serbien, Afghanistan und im Irak einen Namen
gemacht: "Selten zuvor ist ein Krieg so intensiv gewollt und so
langfristig und zielstrebig vorbereitet worden wie der dritte
Golfkrieg. Selten wurde bereits in der Vorphase eines heißen
Krieges das Völkerrecht so häufig und skrupellos gebrochen
und wurde die Weltöffentlichkeit so intensiv und leider weitgehend
erfolgreich manipuliert."(aus: Hans von Sponeck, Andreas Zumach: "Irak,
Chronik eines gewollten Krieges").
Zumach warnt nachdrücklich davor, dass zur Sicherung der
Ressourcen, aus denen der Energiebedarf der Welt gedeckt wird,
„Präventivkriege“ in Zukunft Teil der Weltpolitik sein
werden.
Bei einigen Veranstaltungen wird Andreas Zumach mit
Bundestagsabgeordneten bzw. Kandidatinnen und Kandidaten für die
diesjährige Bundestagswahl diskutieren.